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Welche Impfungen sollte man im Rettungsdienst unbedingt haben?
(vorausgesetzt die Kinderimpfungen sind erfolgt)
 
Gerade im Rettungsdienst ist es für jeden Sanitäter(in) wichtig einen vollständigen Impfschutz zu haben. Nicht nur die jährliche Grippeimpfung ist für die eigene Gesundheit beim Transport von Erkrankten im Rettungswagen wichtig, sondern auch um eben die Patienten nicht anzustecken. Bei ohnehin an einer Infektion erkrankten Personen kann der Rettungssanitäter(in) überspitzt formuliert während einer Grippewelle leicht zum Rettungssanitöter(in) werden, da die räumliche Nähe im Rettungswagen quasi eine Garantie für die Infektionsübertragung ist. Dies gilt natürlich auch für Ambulanzpersonal, Krankenhauspersonal und die Mitarbeiter der Rettungshubschrauber.
Unten eine kleine Tabelle mit Kommentaren zum Impfintervall und allgemeinen Informationen:
Impfung gegenIntervallÜbernahme durch die Kassen // Bemerkung
Diphtherie8-10 Jahrevoll // Zunahme in Osteuropa in den letzten Jahren
Tetanus
(Wundstarrkrampf)
8-10 Jahrevoll // Infektion schon durch kleinste Verletzungen!
Polio
(Kinderlähmung)
8-10 Jahrevoll falls keine Impfung im Kindesalter // für Erwachsene nach Absprache mit Kasse
Influenza
(Grippe)
jedes Jahrvoll // siehe oben
Pneumokokken7-10 Jahrevoll (ab 50-60 Jahren) // sinnvoll für alle Raucher ab 40-50 Jahre / Person mit Neigung zu Bronchitis
Hepatitis-B8-10 Jahrenein - Übernahme durch Arbeitgeber // ein ‘Muß’ für alle Mitarbeiter im Rettungsdienst - Übertragung hauptsächlich durch Blutkontakte
Hepatitis-A
(‘leichte’ Form der Gelbsucht)
8-10 Jahrenein (eventuell nach Absprache) // wichtig für alle Personen mit Kontakt zu Kleinkindern - Übertragung durch Stuhl / zusammen mit Hep. B impfen, dann beträgt der Eigenanteil nur ca. 15-20 DM!
FSME3-5 JahreKostenübernahme nur in Risikogebieten // nicht generell sinnvoll
Typhus3 Jahrenein // Typhus ist eine Reiseimpfung für Reisen ins wärmere Ausland
Impfung gegenIntervallÜbernahme durch die Kassen / Bemerkung
Anmerkung zur Hepatitis-A:
Hepatitis-A = 'leichte' Form der Gelbsucht (Übertragung durch Stuhlkontakt, zwingend für Kinderärzte, Kinderpflegepersonal); Es kann versucht werden die Kostenübernahme bei der Kasse zu beantragen mit Begründung Rettungsassistent/Rettungssanitäter (wird in der Regel abgelehnt). Falls die Krankenkasse die Kostenübernahme ablehnt, gibt es aber die Möglichkeit bei der Hepatitis-B-Impfung den Differenzbetrag (Kombinationsimpfung) von ca. 15-20 DM selbst zu zahlen. Eine Infektion mit Hepatitis-A ist zwar leichter als mit Hepatitis-B, die Konsequenzen nach der Erkrankung selbst, wie eventuell berufliche Einschränkung im Rettungsdienst und die Nahrungseinschränkungen sind aber beträchtlich.


Was bringt die Zukunft?
Seit einiger Zeit werden Impfstoffe getestet, welche wie ein Nasenspray angewendet werden können. Jedoch sind nicht alle Impfstoffe dafür geeignet und so wird es wohl noch lange bei den Kinderimpfungen bei 1-2 Spritzen pro Altersstufe bleiben (jedoch ist 1 Spritze jeweils im 3., 4., 5. Monat ohnehin nicht mehr viel). Eine ‘Nasenspray-Impfung’ gegen Grippe wird es aber voraussichtlich in den nächsten Jahren geben.


Autor: Dr. med. M. Eckert, München
 
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